So findest du als Schulsozialpädagog/in deinen Start
Neu im Amt? Du bist nicht allein!
Vielleicht hast du gerade deine ersten Tage als Schulsozialpädagog:in hinter dir, hast viele neue Gesichter gesehen, unzählige Namen gehört und fragst dich: Wo soll ich anfangen? Ich kann dich da total verstehen und dieser Einstieg war auch für mich erstmal viel. Man sah es mir an meinem ersten Tag so an, dass eine Kollegin mich fragte, ob ich denn nervös sei? :) Neue Kolleg:innen, neue Schüler:innen, ein komplett neues Umfeld und dazu Aufgaben, die auf den ersten Blick ziemlich überwältigend wirkten. Ja ich war definitiv nervös aber keine Sorge, auch du wächst da rein und ich begleite dich gern ein Stück auf diesem Weg. :)
Willkommen in einem wertvollen, wichtigen und vielseitigsten Beruf in dem du selbstständig sein darfst. Als Schulsozialpädagog:in bist du nicht nur Fachkraft, sondern auch Zuhörer:in, Vertrauensperson, Begleiter:in, Ideengeber:in und manchmal einfach jemand, der oder die da ist, wenn es schwierig wird.
Unsere Aufgabe ist es vor allem, präventiv zu arbeiten: Wir versuchen, Probleme wie Mobbing, Sucht, Ausgrenzung oder Gewalt frühzeitig zu erkennen und anzugehen oder direkt zu vermeiden. Wir stärken Klassengemeinschaften, fördern soziale Kompetenzen und begleiten Prozesse in Gruppen. Natürlich stoßen wir dabei manchmal an unsere Grenzen, besonders wenn es um Einzelfälle mit psychischen Belastungen geht. Wenn du an deiner Schule eine Schulpsychologin oder einen Schulpsychologen hast, ist das ein wertvoller Kontakt und absolut gold wert! Solche Fälle kannst du guten Gewissens weitergeben, denn genau das unterscheidet unsere Arbeit von der Schulpsychologin oder Schulpsychologen - wir sind für die Gruppen und Klassen zuständig und sie für die Einzelfälle.
Was dir am Anfang wirklich hilft, ist eine gute Vernetzung.
Schau dich um, welche Angebote es in deiner Umgebung gibt – von Jugendtreffs, Frauenhäusern oder Beratungsstellen bis hin zu Freizeitprojekten und Workshops für Kinder und Jugendliche. Viele Krankenkassen, das Gesundheitsamt aber auch Wohltätigkeitsvereine oder städtische Einrichtungen bieten tolle Programme für Schulen an und dies oft sogar kostenlos. Genau das kann deinen Schulalltag enorm bereichern, wenn du mal Unterstützung brauchst. Trau dich, aktiv auf sie zuzugehen. Die meisten freuen sich, wenn engagierte Schulsozialpädagog:innen den Kontakt suchen und mit ihnen gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen. Vielleicht hast du auch eine erfahrene Schulsozialpädagog:in in deiner Umgebung, welche dir zu Beginn hilfreiche Tipps und Werkzeuge an die Hand geben kann (oder du liest meinen Blog ;) ) - ich hatte sie und war extrem dankbar für den Austausch! Du wirst jedoch auch sogenannte Netzwerktreffen der SSP´s haben, bei denen du step by step alle kennenlernst.
Am Anfang ist natürlich auch das Kennenlernen im Schulhaus eine Herausforderung. Große Schule, viele Lehrkräfte – da kann man schnell mal die Orientierung verlieren. Ich hab mir damals ein Herz gefasst und angefangen, Kolleg:innen anzuschreiben. Ich hab gefragt, ob ich mal im Unterricht hospitieren oder eine Klassenbegleitung machen darf. So lernst du nicht nur die Lehrkräfte besser kennen, sondern auch die Schüler:innen und sie wissen dann auch direkt, wer du bist, was du machst und wo du zu finden bist. Eine kleine Vorstellung am Anfang kann Wunder wirken und erleichtert Schüler:innen den Zugang zu dir. Wichtig: Mach dir keinen Druck! Du musst nicht alles sofort wissen oder können - unsere Präventionsarbeit umfasst so viele unterschiedliche Themen, in die wir selbst erstmal wachsen müssen. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um in deiner Rolle anzukommen. Jede Begegnung, jedes Gespräch bringt dich ein Stück weiter und du darfst Fehler machen, solange du bereit bist, daraus zu lernen.
Fortbildungen können dir dabei helfen, dich fachlich sicherer zu fühlen. Gerade die Plattform FIBS hat mir zu Beginn geholfen, um Fortbildungen zu finden, welche mir eine gute Grundlage gaben. Falls du es noch nicht wusstest: es gibt eine tolle Fortbildung für Schulsozialpädagogen NEU IM AMT - die heißt auch tatsächlich so und ist für jeden Schulsozialpädagog:in, welche gerade angefangen hat und diese gibt dir einen wertvollen Einblick über das Wichtigste, was du zu Beginn wissen musst!
Hier verlinke ich dir noch die heilige Biebel - das KMBek, welche dir auch nochmal einen Überblick über unsere Arbeit verschafft.
Du wirst Momente erleben, in denen du spürst, dass du für jemanden wirklich einen Unterschied machst und genau das ist es, was diesen Job so besonders macht. Also: Bleib dran und vergiss nicht, dass der Anfang zwar herausfordernd ist aber du es definitiv schaffen kannst!
Deine Sozialpädagogin mit Herz




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