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Strategien zur Unterstützung von ADHS und Autismus im Schulalltag durch gezielte Interventionen

26. Apr.
4 Min. Lesezeit

ADHS und Autismus sind zwei häufig auftretende Entwicklungsstörungen, die den Schulalltag für betroffene Kinder und Jugendliche herausfordernd gestalten können. Als Sozialpädagogen spielen wir eine wichtige Rolle dabei, diese Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und ihnen eine positive Lernumgebung zu schaffen. In diesem Beitrag teile ich Erkenntnisse aus meiner intensiven Lektüre und Praxis, wie gezielte Interventionen, wie zum Beispiel eine Konzentrationsbox, den Schulalltag erleichtern können.


ADHS und Autismus verstehen


ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) zeigt sich durch Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, sich über längere Zeit zu konzentrieren und ruhig zu bleiben. Autismus hingegen ist ein Spektrum, das sich durch soziale Interaktionsschwierigkeiten, eingeschränkte Interessen und repetitive Verhaltensweisen auszeichnet. Beide Störungen beeinflussen das Lernen und Verhalten im Schulalltag stark.

Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um passende Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln. Während ADHS oft mit einer erhöhten motorischen Aktivität einhergeht, benötigen autistische Kinder häufig klare Strukturen und Vorhersehbarkeit. Jedoch habe ich während meiner Recherchen und Fortbildungen auch gemerkt, dass es viele parallelen zwischen ADHS und Autismus gibt - vor allem im Bereich der Hilfe und Unterstützung, welche wir ihnen bieten können.


Die Rolle der Sozialpädagogik im Schulalltag


Sozialpädagogen sind Bindeglied zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern. Unsere Aufgabe ist es, individuelle Bedürfnisse zu erkennen und passende Hilfen anzubieten. Dabei geht es nicht nur um pädagogische Maßnahmen, sondern auch um emotionale Unterstützung, Förderung sozialer Kompetenzen und Transparenz zu schaffen. Ein wichtiger Aspekt ist die Zusammenarbeit im Team. Gemeinsame Absprachen mit Lehrkräften helfen, ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten. So können wir gezielt auf die Herausforderungen der Kinder eingehen und ihnen Sicherheit bieten. In meiner Arbeit mit ADHS-Kindern arbeite ich auch eng mit unserer Schulpsychologin zusammen und lese mich intensiv in das Thema und neue Studien ein. Um Transparenz und vor allem Unterstützung für das Thema ADHS zu schaffen, haben wir gemeinsam eine SchiLF gehalten - um mehr über das Thema von Autismus zu erfahren, besuchten wir gemeinsam eine super Fortbildung in München im Tandem.


Praktische Interventionen: Die Konzentrationsbox


Eine bewährte Methode zur Unterstützung von Kindern mit ADHS und Autismus ist die Konzentrationsbox. Diese Box enthält verschiedene Materialien, die helfen, die Aufmerksamkeit zu bündeln und Stress abzubauen. Beispiele sind:


  • Fidget-Tools wie Stressbälle oder Knetmasse, die helfen, überschüssige Energie abzubauen.

  • Visuelle Hilfsmittel wie Timer oder Piktogramme, die den Tagesablauf strukturieren.

  • Sensorische Gegenstände wie weiche Stoffe oder kleine Gewichte, die beruhigend wirken.


Die Konzentrationsbox kann individuell zusammengestellt werden und im Büro oder Klassenzimmer bereitgestellt werden, in denen sich die Kinder ein Tool nehmen dürfen, welches ihnen zur Konzentration verhilft, nehmen. Sie bietet eine Möglichkeit, sich kurzzeitig zurückzuziehen und neue Energie zu tanken, ohne den Unterricht zu stören.


Weitere unterstützende Strategien im Schulalltag


Neben der Konzentrationsbox gibt es viele weitere Maßnahmen, die Sozialpädagogen einsetzen können - diese Strategien fördern nicht nur das Lernen, sondern auch das soziale Miteinander und die emotionale Stabilität der Kinder:


  • Klare Regeln und Routinen schaffen Sicherheit und reduzieren Unsicherheiten - am besten werden die Regeln nochmals visuell im Klassenzimmer aufgehängt oder einmal in der Woche wiederholt

  • Kurze, strukturierte Aufgaben helfen, Überforderung zu vermeiden - hierzu hat emitheteacher ein kostenloses Dokument auf ihrer Website, bei dem sich die Kinder ihre Aufgaben in einem Wochenplan notieren und sortieren können

  • Positive Verstärkung motiviert und stärkt das Selbstbewusstsein - beispielsweise durch Gummibärchen, Smileys oder ähnlichem

  • Pausen mit Bewegungsmöglichkeiten unterstützen die Regulation von Energie und Konzentration - vielleicht habt ihr an eurer Schule einen Ruheraum oder genug Platz in eurem Büro, sodass sich die Kinder kurz zurückziehen können

  • Individuelle Gespräche bieten Raum für Ängste und Sorgen - manchen Schülern hilft es, dass sie feste Sprechstunden haben oder in den Pausen für ein kurzes Gespräch vorbeikommen dürfen

  • Pädagogische Spiele: dazu kommt ein extra Blogbeitrag online, indem ich euch meine bewährten Methoden aus der Praxis teile


Zusammenarbeit mit Lehrkräften


Der Austausch mit den Lehrkräften ist unverzichtbar. Eltern kennen ihr Kind am besten und können wertvolle Hinweise geben, da sie meist im guten Austausch mit den Lehrkräften sind, haben diese wiederum die wichtigsten Informationen über die Schüler. Lehrkräfte wiederum erleben die Kinder im Unterricht und können Rückmeldungen zu Verhalten und Lernfortschritten geben. Ich bin beispielsweise jeden Monat einmal mit der Klassenleitung im Gespräch und wir tauschen uns darüber aus, was ich in der Klasse gemacht habe, welche Methoden helfen und update mich über den neuesten Stand, sodass beide Seiten wissen, was die Schüler unterstützt und hilft. Regelmäßige Gespräche ermöglichen es, die Maßnahmen anzupassen und gemeinsam Lösungen zu finden. So entsteht ein unterstützendes Netzwerk, das den Kindern Sicherheit und Halt gibt.


Schulen können Autismus

In München fand die sehr empfehlenswerte Fortbildung „Schulen können Autismus“ statt, die ich gemeinsam im Tandem mit der Schulpsychologin meiner Schule besucht habe.

Zu Beginn erhielten wir einen spannenden Einblick in aktuelle Zahlen sowie in die Entwicklung der letzten Jahre. Im Anschluss wurde uns eine umfangreiche TaskCard vorgestellt, die speziell dafür entwickelt wurde, Fachkräften, Lehrkräften, Eltern und weiteren Interessierten einen fundierten Überblick zu geben: Was ist Autismus? Wie können wir betroffene Kinder bestmöglich unterstützen? Und welche erprobten Methoden und Tools haben sich in der Praxis bewährt?

Am Nachmittag konnten wir aus einer Vielzahl an Workshops wählen und unser Wissen weiter vertiefen. Besonders wertvoll waren dabei Themen wie die gelingende Zusammenarbeit mit Schulbegleitungen, konkrete erprobte Unterstützungsmaßnahmen im Schulalltag sowie Möglichkeiten, wie wir als Schule gemeinsam mit Eltern und Klassen mehr Transparenz und Verständnis für dieses wichtige Thema schaffen können.

Die Fortbildung war insgesamt äußerst bereichernd und praxisnah und ich kann sie allen empfehlen, die im schulischen Kontext etwas bewegen, mehr Verständnis schaffen und betroffene Kinder gezielt unterstützen möchten. Ich habe mir beim ISB die Erlaubnis eingeholt, den Link zur TaskCard zu teilen, sodass auch ihr Zugriff auf die vielfältigen Inhalte habt. Dennoch kann ich euch nur ans Herz legen, die Fortbildung selbst zu besuchen, falls sie erneut angeboten wird – es lohnt sich wirklich! Link zur TaskCard findet ihr hier: zur TaskCard


Probiert es gerne aus und schreibt mir, falls ihr noch Fragen habt! In Liebe Eure Sozialpädagogin mit Herz (:




 
 
 

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