Ankommen an einer neuen Schule – Wenn aus einer neuen Klasse langsam eine Gemeinschaft wird
Wie gelingt eigentlich ein guter Start an einer neuen Schule? In diesem neuen Blogbeitrag nehme ich euch mit hinter die Kulissen unseres Programms und zeige, warum die ersten, manchmal ziemlich chaotischen Wochen so wichtig für eine starke Klassengemeinschaft sind.
Das Ankommen
Dazu gehören unter anderem die Schulhausrallye, die Einführung in die ZFU-Stunden beziehungsweise den Klassenrat, die pädagogischen Erlebnistage und die Verkehrssicherheit. Viele dieser Angebote plane und führe ich gemeinsam mit unseren Mediatorinnen und Mediatoren durch. Für die Schülerinnen und Schüler sind die ersten Wochen vor allem aufregend. Eine neue Schule bedeutet schließlich unzählige neue Eindrücke: neue Lehrerinnen und Lehrer, neue Fächer, neue Räume, neue Mitschülerinnen und Mitschüler und natürlich auch ganz viele neue Regeln und Abläufe. Gleichzeitig passiert in dieser Zeit unglaublich viel auf sozialer Ebene. Aus vielen einzelnen Kindern soll langsam eine Klassengemeinschaft entstehen.
Zwischen Aufregung und Organisation
Während die Schülerinnen und Schüler versuchen, sich in ihrem neuen Schulalltag zurechtzufinden, sieht es bei uns hinter den Kulissen meistens nicht weniger chaotisch aus. Material muss beschafft und vorbereitet werden, Abläufe müssen geplant, Räume organisiert und Termine koordiniert werden. Gleichzeitig müssen unsere Mediatorinnen und Mediatoren in ihre Aufgaben eingearbeitet und auf die verschiedenen Aktionen vorbereitet werden. Gerade weil die Mediatoren einen wichtigen Teil der Angebote übernehmen, ist es mir wichtig, ihnen vorher Sicherheit zu geben und gemeinsam zu überlegen, worauf es bei der Arbeit mit den neuen 5. Klassen ankommt. Schließlich sollen die Schülerinnen und Schüler nicht einfach nur beschäftigt werden, sie sollen die Möglichkeit bekommen, sich wirklich kennenzulernen und gemeinsam positive Erfahrungen zu sammeln. Genau hier steckt viel Arbeit, die man von außen wahrscheinlich gar nicht sieht.
Damit ein pädagogischer Tag am Ende leicht und selbstverständlich wirkt, braucht es im Vorfeld oft viele Absprachen, Vorbereitungen und manchmal auch ein bisschen Improvisation. (😉)
Eine neue Klasse muss erst zusammenwachsen
Besonders spannend finde ich dabei die Klassendynamik. Eine neue Klasse entsteht nicht automatisch dadurch, dass viele Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einem Raum sitzen. Sie muss sich erst finden. Manche Kinder kennen sich bereits, andere treffen zum ersten Mal aufeinander und einige gehen sofort offen auf andere zu, während andere zunächst etwas zurückhaltender sind. Manche übernehmen schnell eine führende Rolle, andere müssen ihren Platz in der neuen Gruppe erst finden. Genau diese unterschiedlichen Persönlichkeiten treffen nun aufeinander und müssen lernen, miteinander auszukommen. Natürlich kann man nicht planen, wer mit wem Freundschaft schließt oder welche Konflikte entstehen werden. Das wäre auch gar nicht das Ziel. Vielmehr geht es darum, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Kinder ausprobieren, miteinander ins Gespräch kommen und erste gemeinsame Erfahrungen sammeln können.
Gerade die pädagogischen Erlebnistage bieten dafür viele Möglichkeiten. Wenn eine Gruppe gemeinsam eine Aufgabe lösen muss, zeigt sich oft sehr schnell, wer Verantwortung übernimmt, wer andere motiviert, wer lieber beobachtet oder wer Schwierigkeiten damit hat, sich in eine Gruppe einzufügen. Solche Situationen geben uns wichtige Einblicke und schaffen gleichzeitig Möglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, als Klasse zusammenzufinden.
Gemeinsam entdecken und Verantwortung übernehmen
Auch die Schulhausrallye ist dabei mehr als nur eine Möglichkeit, das Schulgebäude kennenzulernen. Natürlich ist es wichtig, dass die neuen Schülerinnen und Schüler wissen, wo sich welche Räume befinden und wie sie sich im Schulhaus zurechtfinden. Gleichzeitig entstehen bei einer solchen Rallye aber ganz nebenbei erste gemeinsame Erlebnisse. Die Kinder müssen Aufgaben lösen, sich absprechen und miteinander arbeiten. Vielleicht steht dabei plötzlich jemand neben einem Mitschüler, mit dem vorher noch gar nicht gesprochen wurde oder es entsteht aus einer gemeinsamen Aufgabe ein erstes Gespräch oder sogar eine neue Freundschaft. Genau diese kleinen Momente sind es, die das Ankommen ausmachen.
Auch die ZFU-Stunden beziehungsweise der Klassenrat sind ein wichtiger Bestandteil. Die Schülerinnen und Schüler sollen von Anfang an erleben, dass ihre Klasse ein Ort sein darf, an dem sie ihre Anliegen äußern, miteinander sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen können. Sie lernen zuzuhören, andere Meinungen auszuhalten und Verantwortung für ihre Klassengemeinschaft zu übernehmen.
Auch die Verkehrssicherheit gehört zum Programm dazu. Für viele Kinder verändert sich mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule schließlich auch ihr Schulweg und manche fahren sie nun regelmäßig mit dem Bus, sind länger mit dem Fahrrad unterwegs oder müssen einen ganz neuen Weg zu Fuß zurücklegen. Sich sicher in der neuen Umgebung zu bewegen, gehört deshalb genauso zum Ankommen wie das Finden des richtigen Klassenzimmers.
Die ersten Wochen sind chaotisch und genau das ist okay
Wenn ich an die aktuellen Wochen denke, sind sie ein bisschen chaotisch. Es gibt unzählige Dinge, die gleichzeitig passieren und natürlich läuft nicht immer alles genauso, wie man es vorher geplant hat. Ein Termin verändert sich, ein Raum steht plötzlich nicht zur Verfügung, Material fehlt oder eine Gruppe braucht für eine Aufgabe deutlich länger als gedacht. Dazu kommen die vielen anderen Aufgaben, die im Schulalltag parallel laufen. Manchmal hat man das Gefühl, an zehn Dingen gleichzeitig zu arbeiten und trotzdem mag ich diese Zeit sehr.
Aus den vergangenen Jahren weiß ich, wie viel diese ersten Wochen bewirken können. Was am Anfang vielleicht noch nach einem bunten Durcheinander aus verschiedenen Aktionen aussieht, schafft langfristig eine unglaublich wichtige Basis. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich kennen, entwickeln erste gemeinsame Erfahrungen und bekommen die Möglichkeit, ihren Platz in der neuen Klasse zu finden. Gleichzeitig entstehen Strukturen, auf die im weiteren Schuljahr immer wieder zurückgegriffen werden kann.
Eine Basis für das gesamte Schuljahr
Eine Klassengemeinschaft entsteht nicht einfach dadurch, dass 30 Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einem Raum sitzen, sondern sie wächst durch gemeinsame Erlebnisse, durch Gespräche, durch kleine Erfolge, durch Konflikte und deren Lösungen und vor allem durch die Erfahrung, dass man gemeinsam etwas schaffen kann Genau deshalb sind diese ersten Wochen so entscheidend.
Es bedeutet für mich deshalb viel mehr, als den neuen Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wo ihr Klassenzimmer ist oder wie das Schulleben funktioniert. Es bedeutet, ihnen dabei zu helfen, ihren Platz in einer völlig neuen Umgebung zu finden und ihnen die Möglichkeit zu geben, aus vielen einzelnen Kindern langsam eine Gemeinschaft werden zu lassen und wenn ich am Ende dieser ersten Wochen sehe, wie die Schülerinnen und Schüler sicherer durch das Schulhaus laufen, miteinander lachen, sich gegenseitig unterstützen und die ersten gemeinsamen Erfahrungen gemacht haben, weiß ich wieder, warum sich der ganze Aufwand lohnt. Dann ist das anfängliche Chaos eigentlich gar nicht mehr so schlimm.
Denn genau aus diesem Chaos entsteht etwas, das uns durch das gesamte Schuljahr begleiten kann: eine gute Grundlage für Gemeinschaft, Zusammenhalt und ein erfolgreiches gemeinsames Ankommen an einer neuen Schule. Habt ihr ähnliche Programme? In Liebe Euro Sozialpädagogin mit Herz (:




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