Diese Fehler bei Mobbing solltest du unbedingt vermeiden
Es gibt Momente in meiner Arbeit, in denen ich merke: Hier ist gut gemeint leider nicht gut gemacht. Nicht weil jemand nicht helfen wollte, sondern weil in der Hitze des Moments Dinge passiert sind, die die Situation noch schwieriger gemacht haben. Beim Thema Mobbing ist das besonders heikel. Denn falsche Reaktionen, auch gut gemeinte, können dazu führen, dass das betroffene Kind noch mehr leidet, sich noch weniger traut, sich zu öffnen oder dass der Konflikt weiter eskaliert. Heute spreche ich deshalb über etwas, das selten thematisiert wird: Was wir bei Mobbing auf keinen Fall tun sollten und zwar sowohl als pädagogische Fachkraft als auch als Elternteil.
Fehler, die Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte vermeiden sollten
„Das ist doch nur ein kleiner Konflikt zwischen Jugendlichen, das ist doch ganz normal"
Einer der häufigsten und gleichzeitig schädlichsten Fehler: Das Verhalten als harmloses Necken oder normales Miteinander abzutun. Für das betroffene Kind ist es das nicht. Wenn wir Sätze sagen wie „Stellt euch nicht so an" oder „Das gehört dazu", verliert das Kind das Vertrauen, in uns und in die Schule als sicheren Ort.
Öffentliche Konfrontation
Den Akteur oder die Akteursgruppe vor der ganzen Klasse anzusprechen oder zu bestrafen klingt nach einer schnellen Lösung, ist es aber nicht. Es kann den Beschuldigten bloßstellen und Gegendruck erzeugen und das betroffene Kind in eine noch schwierigere Lage bringen, weil es als „Verräter" gilt.
Regel: Mobbing wird nie öffentlich in der Klasse besprochen.
Alleine und nach Bauchgefühl handeln
Ich sage das auch für mich selbst: Kein Mobbingfall gehört in eine einzige Hand. Wer alleine handelt, verliert die Übersicht, macht Fehler und trägt eine Last, die zu groß ist. Mindestens zwei Personen sollten immer in einen Fall einbezogen sein und die Schulleitung muss informiert sein. Meist haben die Schulen auch Mobbingbeauftragte, welche genau wissen, wie am besten vorgegangen werden sollte, falls ihr diese Person habt, übergebt das "Päckchen" an diese Person, um bestmöglich zu handeln.
Das Opfer zur Konfrontation drängen
„Geh einfach hin und sag ihnen, dass du das nicht willst" ... das klingt logisch, ist aber für ein Kind in einer Mobbingsituation oft schlicht nicht möglich. Das Machtgefälle ist real. Wer das Opfer zur direkten Konfrontation drängt, ohne Schutz und Begleitung, riskiert, die Situation zu eskalieren.
Keine Nachsorge betreiben
Eine erste Maßnahme ist noch keine Lösung. Ich erlebe es immer wieder: Es findet ein Gespräch statt, es wird eine Vereinbarung getroffen und dann passiert lange nichts mehr. Aber Mobbing hört nicht von selbst auf. Dranbleiben, nachfragen, begleiten, das ist genauso wichtig wie der erste Schritt.
Fehler, die Eltern vermeiden sollten
Sofort zur Schule stürmen
Der Impuls ist verständlich: Mein Kind leidet, also muss ich sofort handeln aber ein überstürzter, emotionaler Auftritt in der Schule hilft in den seltensten Fällen. Er kann die Situation eskalieren und das Vertrauen des eigenen Kindes beschädigen, weil es das Gefühl bekommt, die Kontrolle über die Situation vollständig verloren zu haben.
Den Akteur direkt kontaktieren
Weder das Kind noch dessen Eltern direkt anzurufen oder anzuschreiben ist ein "NoGo". Das kann rechtliche Konsequenzen haben und verschlimmert fast immer die Lage.
Die Schule außen vor lassen
Manche Eltern versuchen, das Problem privat zu lösen. Das funktioniert bei Mobbing nicht. Die Schule muss involviert sein, weil Mobbing ein systemisches Problem ist und es braucht eine Antwort auf Gruppenebene, nicht nur im Einzelgespräch.
Das Leid des Kindes kleinreden
Auch wenn Eltern das Beste wollen: Sätze wie „Ignorier die einfach" oder „Das wird schon wieder" nehmen dem Kind das Gefühl, ernst genommen zu werden. Und genau das ist es, was ein gemobbtes Kind am dringendsten braucht.
Was stattdessen hilft
Kurz gesagt: Zuhören. Ernst nehmen. Im Team handeln. Dokumentieren. Dranbleiben.
Für den konkreten Ernstfall habe ich euch einen Notfallplan Mobbing verlinkt, welchen ich auf einer super Seite gefunden habe, in der Mobbing detailiert erklärt wird und wie wir am besten vorgehen können - alle wichtigen Schritte auf einen Blick.
Mein ehrliches Fazit
Fehler in Mobbingsituationen passieren und dies auch erfahrenen Fachkräften. Das macht uns nicht schlechter in unserem Job. Was uns besser macht, ist, dass wir darüber sprechen, daraus lernen und uns gegenseitig unterstützen.
Habt ihr schon einmal eine Situation erlebt, in der eine Reaktion, gut gemeint aber falsch, die Dinge schwieriger gemacht hat?
In Liebe
Eure Sozialpädagogin mit Herz (: Quelle: https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/mobbing-in-der-schule-so-reagieren-lehrkraefte-richtig/




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